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25.12.2017

Live-Weihnachtsgottesdienste

Weihnachten im Radio aus Geisenheim und Hünfeld

Bild: Archiv OMI

An Heiligabend und am 2. Weihnachtsfeiertag sendet der hr live katholische Weihnachtsgottesdienste. Beide Gottesdienste sind nach Ausstrahlung auch als Podcast auf den Seiten des hr zu hören.

Die Live-Übertragung des Christmetten-Gottesdienstes begann um 22.15 Uhr und dauerte eine Stunde. Pfarrer Marcus Fischer leitete den Gottesdienst. In seiner Predigt ging es um das Kind in der Krippe und den Neuanfang, zu dem dieses Kind und das Weihnachtsfest einladen. Die musikalische Leitung der Christmette hatte Bezirkskantor Florian Brachtendorf. Berühmte Weihnachtslieder waren von Chor und Gemeinde zu hören: "Ich steh an deiner Krippen hier", "Engel auf den Feldern singen" und natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht". Es sang die "Capella St. Crucis", als Kantorin wirkte Andrea Mayer mit. Das Sopransaxofon spielte Thomas Bachmann, an der Orgel waren Regina Tapadar und Florian Brachtendorf zu hören.

Der Rheingauer Dom und die Pfarrei "Heilig Kreuz" sind im Internet zu finden unter www.heilig-kreuz-rheingau.de.

Predigt im Gottesdienst am 24.12.2017 in Geisenheim:

Liebe Schwestern und Brüder, hier im Rheingauer Dom und am Radio!

Das Kind in der Krippe anschauen. Das finde ich einfach nur schön. Im Alltag geht es mir manchmal ähnlich. Ich schaue im Supermarkt in einen Kinderwagen und freue mich an diesem Kind. Oder ich grüße unterwegs eine Mutter, die ihr kleines Kind auf dem Arm trägt. Ähnlich erging es auch schon Menschen vor Jahrhunderten. Paul Gerhardt hat diese Erfahrung formuliert in seinem berühmten Weihnachtslied. ´Ich steh an deiner Krippe hier´ mit der Strophe. ´Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen.' Wir werden diese Strophe am Ende der Predigt hören. Ich frage mich immer wieder, warum das eigentlich so ist. Bei einer Begegnung mit einem Säugling - da wird die Zeit kurz angehalten. Also mir geht es dabei so: Ich vergesse in so einem Moment alles um mich herum, ja sogar Pflichten und Termine. Ich werde dann selbst - für ein paar Augenblicke - wie ein Kind. Ich ziehe dann Grimassen und gebe komische Töne von mir.

Warum reagieren die meisten Menschen so oder ähnlich? Wenn ich einen Säugling betrachte, dann sehe ich einen kleinen Menschen, der hat das ganze Leben noch vor sich. Vielleicht denken Sie jetzt zuerst an all das Schwere im Leben, das er noch durchmachen muss. Aber - dieser kleine Mensch hat doch eine große Chance. Ich habe sie scheinbar nicht mehr! Denn seit meiner Geburt habe ich doch einige Fehler gemacht. Verletzungen an Leib und Seele schleppe ich mit mir herum. Fragen und Sorgen treiben mich um. Und mit all den Gedanken und Gefühlen schaue ich auf einen Säugling. Er kann es besser machen - besser als ich! Wenn ich nur noch einmal von vorne anfangen könnte. Wenn die Mutter dann mit dem Kinderwagen weiterfährt, weiß ich: Auch dieser Säugling wird - ähnlich wie ich - später vom Leben geprägt und gezeichnet werden. Ja, ich weiß auch, dass ich meine Lebenszeit nicht zurückdrehen kann. Gott schenkt die Zeit, unsere Lebenszeit. Sie läuft von der Geburt bis zum Tod - für den Säugling, für Sie und für mich. Aber das mit dem Zurückdrehen wäre doch trotzdem (manchmal) schön - oder?

Ich meine, dass das gar nicht nötig ist. Zu meinem Glauben gehört: Ich muss mich nicht eine Vergangenheit zurückträumen. Ich will auch nicht das Jesuskind in der Krippe darum bitten, dass ich wieder zum unschuldigen Kind werde. Es ist kein Zauberer. Und Jesus war auch keiner, der die Menschen nur mit blütenreiner Weste akzeptiert hat. Ganz im Gegenteil: Er hat die Menschen so angenommen, wie sie sind, mit all ihrer Vergangenheit, mit all, dem was sie mit sich herumschleppen. Jesus hat zugehört, er hat geholfen und geheilt. Und er konnte Menschen vom Vater im Himmel erzählen, weil er ein Mensch wurde. Deswegen ist für mich das Kind in der Weihnachtskrippe ein Zeichen dafür: Gott lebt auch in unserer Zeit.

Dieses Kind in der Krippe: Das ermutigt mich heute: Mich mit all meiner Vergangenheit zu akzeptieren. Und dann: neu anzufangen. Etwas Neues zu wagen. Jetzt? Wann wird das bei mir sein? Am besten nicht morgen. Das klingt nach Verschieben und Vertrösten. (Ab morgen führe ich ein besseres Lebe. Morgen bitte ich um Verzeihung. Morgen nehme ich auch ab - ganz sicher oder spätestens nach den Feiertagen. Morgen wird auch - wenn sich alle Menschen einig wären - auf diesem kleinen Planeten Friede sein.) Mir ist wichtig, dass ich heute lebe, in der Gegenwart. Das wünsche ich mir auch für meinen Glauben. Ich wünsche mich nicht ins Gestern oder Morgen. Jesus in der Krippe lädt mich ein, heute neu anzufangen, ihn als Vorbild zu nehmen. Das heißt für mich: Ich gehe anders mit Menschen um. Jesus schaut mich an und wirft mir nicht meine Fehler vor. Ich will das auch versuchen - wenn zum Beispiel etwas nicht so läuft, wie ich es geplant hatte. Jesus setzt sich für den Frieden ein. Der kleine Frieden im Alltag - der ist auch mir wichtig. Damit kann ich schon heute Abend anfangen: ´Frohe Weihnachten´ wünschen, von Herzen, vor allem jemandem, mit dem ich heute noch keinen Frieden habe. Fehler nicht vorwerfen - von Herzen Versöhnung anbieten, das sind für mich zwei Beispiele, wie ich mit dem Kind in der Krippe leben kann.

Mut macht mir dazu de Liedstrophe von Paul Gerhardt ´Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen.´ Diesen Mut brauche ich für ein anderes Leben. Ich soll es wagen - heute schon. Und Gott will auf diesem Weg bei mir sein: Nicht nur ich schaue dieses Kind in der Krippe an. Dieses Kind schaut auch mich an. Und gibt mir Kraft durch seinen Blick. Gott sagt durch dieses Kind auch mir: ´Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen'.

Musik im Gottesdienst am 24.12.2017 in Geisenheim:

  • Eingangs-/Eröffnungslied: GL 256 "Ich steh an deiner Krippe hier", Str. 1+3
  • Kyrie: GL 156
  • Gloria: GL 250 "Engel auf den Feldern singen", Str. 1+4+5
  • Antwortgesang: GL 635,3 "Heute ist uns der Heiland geboren"
  • Halleluja: GL 174,4
  • Fürbittruf: GL 181,2 "Christus, erhöre uns"
  • Gabenbereitung: "Der Heiland ist geboren" Str. 1-4 (Chor)
  • Sanctus: GL 196 "Heilig, heilig"
  • Agnus Dei: GL 239 "Zu Bethlehem geboren", Str. 1+2+5
  • Musik zur Kommunion: Instrumentalmusik "A child is born" von Thad Jones (Orgel und Sopransaxophon)
  • Danklied: GL 241 "Nun freut euch ihr Christen", Str. 1-4
  • Schlusslied: GL 249 "Stille Nacht", Str. 1-3
  • Auszug: Instrumentalmusik - Felix Mendelssohn Allegro maestoso B-Dur op. 65 Nr. 4,4

Weitere Informationen zur Gottesdienstübertragung: Beate Hirt Katholische Kirche beim hr, Haus am Dom, Domplatz 3 60311 Frankfurt am Main Tel.: 069 / 800 87 18 250 info(at)kirche-hr.de

 

hr4-Gottesdienstübertragung am 2. Weihnachtstag aus Hünfeld

Der Gottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, wird von 10.05 Uhr bis 11.00 Uhr aus dem dem Bonifatiuskloster in Hünfeld aus dem Bistum Fulda live übertragen. Das Bonifatiuskloster ist das Mutterhaus der kath. Missionsgemeinschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI). Sie wurde vom hl. Eugen v. Mazenod (†1861) gegründet. Ihr Dienst ist die Glaubensverkündigung. 1895 kamen die Oblaten nach Hünfeld und erbauten das Kloster und die neuromanische Kirche. Das Kloster beherbergt heute ein Gäste- und Exerzitienhaus, das Noviziat, das Jugendbüro und eine Pflegestation für alte Missionare. Zelebrant und Prediger ist Pater Jens Watteroth. OMI.

hr4 kann in Osthessen unter der Frequenz UKW 91,9 bzw. 107,3, in Mittelhessen unter UKW 104,3, in Nordhessen unter UKW 101,7 bzw. 103,2 und in Südhessen unter den UKW-Frequenzen 101,6, 102,5 oder 103,8 sowie regionsunabhängig im Internet unter www.hr4.de empfangen werden.

Es singt der Sängerchor "Harmonie" aus Steinbach unter der Leitung von Chordirektor Hermann-Josef Schwarz. Die Orgel spielt Matthias Steinmacher.

Weitere Informationen zur Gottesdienstübertragung: Dr. Klaus Depta, Rundfunkbeauftragter, Paulustor 5 in 36037 Fulda Tel. 0661 / 87-561 Mail klaus.depta@bistum-fulda.de oder rundfunkarbeit@bistum-fulda.de