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Lesespaß und Lebenschancen

Gesendet am: 09.12.17 in hr1 Zuspruch
Lesespaß und Lebenschancen
Lesespaß und Lebenschancen
Christoph Schäfer
Bistum Mainz

Jetzt am Wochenende werde ich mir trotz turbulenter Vorweihnachtszeit zumindest eine kleine Portion Zeit zum Lesen nehmen. Denn seit ich als Grundschulkind die Abenteuer der „Fünf Freunde“ verschlungen habe, hat mich die Lesebegeisterung fest im Griff. Und ich denke an viele wunderbare Lesemomente zurück, die mein Leben enorm bereichert haben. Bücher haben mir nicht nur die Langeweile vertrieben. Ich bin fest davon überzeugt: Mich hat Erich Kästners Kinderheld „Emil“ auch mutiger gemacht! Und Michael Endes Heldin „Momo“ hat mir beigebracht, wie man anderen besser zuhört. Wichtig waren auch Karl Mays Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand: Sie haben mir vor Augen geführt, wie Freundschaft funktioniert.

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Gerade weil für mich Lesen einfach zum Leben dazugehört, hat mir die neue Lesestudie „IGLU“ einen richtigen Stich gegeben: Ihr zufolge kann jedes fünfte Kind in Deutschland nach dem Ende der Grundschulzeit extrem schlecht lesen. Solche drastischen Zahlen sind seit der Lesestudie PISA vor 16 Jahren nicht ganz unbekannt. Aber mich trifft es einfach, dass allen Initiativen zum Trotz immer noch sehr viele Kinder keinen Zugang zum Lesen bekommen. Und das hat viele negative Folgen für ihren Bildungs- und Berufsweg. Denn auch in der digitalen Welt ist Lesen eine so genannte Schlüsselqualifikation.

In meinem Freundes- und Familienkreis stelle ich fest: Kinder lassen sich ja auch heute für spannenden Lesestoff begeistern. Aber anders als bei mir früher hält die Begeisterung oft nicht lange an. Die Kinder brauchen immer wieder Motivationsschübe. Eigentlich auch kein Wunder: Für mich sind damals Fernseher mit mehr als drei Programmen oder mobile Telefone pure Science-Fiction gewesen. Lesen hat kaum Konkurrenz gehabt.

Trotzdem nehme ich mir vor: Ich will mich von der Studie nicht entmutigen lassen. Mich im Gegenteil noch mehr für mein Lieblingshobby einsetzen: Gerade jetzt vor Weihnachten werde ich mich zum Beispiel beim Geschenkekauf besonders gut beraten lassen, welches Kinderbuch wirklich zu dem Kind passt und dann hoffentlich begeistert gelesen wird. Und ich werde selber möglichst viel vorlesen. Auch Schulkindern, die schon selbst lesen lernen. Denn das ist laut Experten der beste Motivationsschub. Das Schöne ist: Vorlesen ist nicht nur eine wichtige und gute Sache – es macht mir auch einfach unglaublich viel Freude.

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